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Hofbebauung Honauerstraße
Bauherr: OÖ Versicherung
Standort: Linz 2012 - 2015
Hofbebauung Honauerstraße

Durch eine innerstädtische Verdichtung werden 45 Mietwohnungen, ca. 850m² Büroflächen, eine Krabbelstube und 260 Tiefgaragenstellplätze geschaffen. Wesentlich aber ist, dass dadurch eine Restrukturierung des Innenhofes ermöglicht wird, hässliche Garagenboxen weichen einem neugestalteten Quartiersinnenhof mit hochwertiger Gestaltung.

Innerstädtische Verdichtung

Das Areal liegt zwischen Gruberstraße im Osten und Honauerstraße im Westen. Die bestehende Blockrandbebauung ist fragmentiert, der Innenhof durch eine Ansammlung von Garagenboxen und Oberflächenparkplätzen alles andere als attraktiv.
Durch eine zweigeschossige Tiefgarage werden nicht nur die Hofparkplätze ersetzt, es werden auch zusätzlich erforderliche Stellplätze geschaffen, oberirdisch bleibt der Innenhof verkehrsfrei und wird grün und völlig neu gestaltet und erhöht dadurch auch die Qualität der umliegenden Wohnbauten.
Die Baulücke mit 15 Mietwohnungen, der integrierten Tiefgaragenzufahrt sowie einer Krabbelstube im Erdgeschoss schließt den Blockrand zur Honauerstraße, die Querbebauung verbindet den Büro-Solitär der OÖV (Hauptgebäude) an der Gruberstraße mit dem Bürogebäude an der Honauerstraße (Nebengebäude). Dies ermöglicht die interne Verbindung der Büronutzungen (Erdgeschoss und 1. OG) sowie eine optimale Anbindung sämtlicher Büroflächen an die neue Tiefgarage. In den Obergeschossen werden 30 Mietwohnungen geschaffen.
Insgesamt beheben die baulichen Maßnahmen die bisherigen betrieblichen Defizite für die OÖV, die Qualität des Quartiers wird aufgewertet. Eine innerstädtische Verdichtung mit erheblicher Qualitätssteigerung des Areals.

Reorganisation der Büronutzungen

Das Eingangsfoyer im Hauptgebäude Gruberstrasse wird Richtung Quergebäude geöffnet, über den neuen Querbau wird der Bürobau Honauerstraße intern angebunden. Diese Verbindungsachse reagiert differenziert auf die baulichen Gegebenheiten des Bestands, strukturiert und ordnet die unterschiedlichen Anforderungen der Wege (intern und öffentlich, Garage, Veranstaltungen etc.) neu. Über das Treppenhaus des Querriegels werden sämtliche Bürobereiche an die Tiefgarage angebunden, die neu geschaffenen Büroflächen beherbergen Außendienst, Druckgrafik sowie die Rechtsabteilung. Fließende Raumstrukturen, Glastrennwände, hinterleuchtete und begrünte Wände schaffen ein zeitgemäßes und angenehmes Arbeitsumfeld.

Baulücke und Querriegel - Wohnungen und Krabbelstube

Die Wohnungen der Baulücke werden als 3-Spänner organsiert, die Wohnungen des Querriegels werden laubgengangerschlossen. Sämtlichen Wohnungen sind Loggen nach Westen (Baulücke) oder Süden (Querriegel) vorgelagert, raumhohe Fenster gewährleisten lichtdurchflutete Wohnräume.
Das Treppenhaus des Querriegels tritt an der Hofseite markant in Erscheinung und bildet zur horizontal gegliederten Fassade des Laubengangs das vertikale Pendant. Dieses ist wie die beiden Bürosockelgeschosse mit einer vorgehängten, bräunlich eloxierten Metallfassade verkleidet, die großflächige Verglasung gibt dem Baukörper Tiefe und zeigt die Struktur der Treppenanlage, deren gelbliche Untersichten auf die Fassadenfarbe abgestimmt sind. Der Hauptbaukörper wiederum nimmt mit seiner weißen Putzfassade die Oberflächen der Nachbarbauten auf und verstärkt somit den Ensemblecharakter. Die straßenseitigen Loggenbrüstungen der Baulücke werden als tiefschwarzes Mäanderband artikuliert, dessen Flächigkeit durch die weiße Ausgestaltung der Loggeninnenflächen verstärkt wird.
Im Erdgeschoss der Baulücke ist die Betriebskrabbelstube mit gesondertem Zugang und hofseitigem Außenspielbereich untergebracht.

Tiefgarage ermöglicht grünen Innenhof

Die Umsetzung einer zweigeschossigen Tiefgarage (260 PKW) ermöglicht die Schaffung eines völlig verkehrsfreien und begrünten Innenhofes. Dieser wird variantenreich gestaltet und integriert erforderliche Wegführungen (Betonbesenstrich und wassergebundene Kiesdecke) und Nutzungen (Zugang Wohnungen des Querriegels, Spielbereich der Krabbelstube, Infrastruktur für Hoffeste usw.). Streng geometrische Platanen mit Sitzinseln spenden Schatten und wechseln sich mit Anhügelungen für Bäume und Kies- und Rasenflächen. Erforderliche Ausgänge oder Fluchtwege aus der Garage werden um infrastrukturelle Funktionen ergänzt (Gartengeräte, Wasser, Strom) und als kubische Baukörper mit Oberflächen aus weißem Putz und Lärchenholzschalungen umgesetzt.
Das Farbkonzept der Garage variiert vier Rottöne als großflächiges System der Stellplatzmarkierungen. Subtile Verspieltheit ersetzt übliche Garagen-Monotonie.



Projektdaten:

Partner in charge: Mathias Haas, Wolfgang Kaufmann
Team: Katharina Kirchmayr, Mathias Berleseiter, Andreas Justl, Johann Schmid, Walter Barth, Kurt Jabinger

Gesamtnutzfläche: 5.794 m2
Nutzfläche Tiefgarage: 7.184 m2
TG Stellplätze: 260 PKW
Wohnnutzfläche: 3.446 m2
Wohnungen: 45
Krabbelstube: 98 m2
Büronutzfläche: 865 m2
Büroumbau Bestand: 633 m2
Hofpark neu: ca. 2.000 m2

Planungsbeginn: 11/2011
Baubeginn: 10/2013
Fertigstellung: 06/2015
Bauwerkskosten: EURO 9,5 Mio.

Fotos: OÖV, Mathias Haas
Text: Mathias Haas