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Passivwohnbebauung Bienerstraße
Bauherr: Innsbrucker Immoblilien GmbH & CoKG
Standort: Innsbruck 2014 - 2014
EU-weit Offener Wettbewerb

Städtebau

Das städtebauliche Konzept sieht prinzipiell vor, die Dominanz des bestehenden fragmentarischen Hochhausensembles mit einer entsprechenden Bebauung parallel zum Eisenbahnviadukt zu einem schlüssigen Ganzen zu vervollständigen.
Wesentlich dabei ist, dass die riegelförmige Neubebauung in ihrer Ausformung und vor allem Höhenentwicklung differenziert vorgenommen wird und insbesondere auf folgende Aspekte Bezug nimmt:
- Städtebaulich entsprechende Großform in entsprechender Proportion zu den Bestandsvolumina
- Keine Scheibenwirkung und somit keine städtebauliche Sichtblockade in Südnord-Richtung
- Hochpunkt im Nordosten als Landmark für das Quartier ohne negative Beeinflussung der Umgebung bzw. der übergeordneten Sichtachsen
- Optimale Ausrichtung der Wohnungen nach Süden und Westen / solarer Wärmeeintrag
- Trotz homogener Struktur einfache und klare Zuordnung / Trennung zu den beiden Bauträgern
- Qualitätsvoller Außenraum für das Quartier auf der Erdgeschoßebene und zugeordneter Dachgartenebene für die Neubebauung
- Klare Zufahrtssituation zur Quartierstiefgarage

Insgesamt entstehen dadurch 129 Wohnungen

Erschließung - Erdgeschoßzone - Innenhof

Die Haupterschließung in das Quartier erfolgt an der Nordostseite der Liegenschaft direkt von der Bienerstraße, einerseits ebenerdig ins Quartier zu den Wohnungen aber auch in die Tiefgarage (angedockt an der Stirnseite des östlichen Bestandsgebäudes).
Die Tiefgarage beherbergt auf zwei Ebenen insgesamt 238 PKWs aus der die Neubebauung direkt sowie die Bestandsgebäude über einen zentralen Auf- / Abgang mit Aufzug angeschlossen sind. Darüber hinaus sind in den Tiefgaragengeschossen Nebenräume für Technik und erforderliche Flächen für Abstellräume untergebracht. Ebenerdig stehen südlich vom Quartierszugang entlang der Bienerstraße zusätzlich 13 Stellplätze für Besucher zur Verfügung.

Von der südlich parallel zur Neubebauung laufenden „Hauptpromenade“ werden einerseits über Querstiche die bestehenden Wohnhäuser erschlossen und die beiden Erschließungkerne der Neubebauung angebunden. Andererseits fädeln sich flankierend differenzierte Erholungsbereiche wie zB. Kinderspielflächen, Verweilbereiche mit Sitzlauben, urbane Gärten, Hochgras-, Beeren, oder Blumenbeete sowie ein Funcourt am westlichen Abschluss oder ein Freisitzbereich im Vorfeld des Cafes im Osten auf.

Die Wohnungen der Neubebauung werden über zwei Treppenhauskerne in den „Hochpunkten“ erschlossen (an der Nordseite des Riegels platziert), welche auf der Erdgeschoßebene über Zugangsfoyers erreicht werden. Vom Foyer aus sind auch die geforderten Fahrrad- und Kinderwagenabstellbereiche wie auch Müllräume (Servicierung nordseitig zum Viadukt) erreichbar.
Zwischen den beiden Vertikalkernen wird ein gedeckter Außenbereich mit halboffener Filterfunktion zur konzipierten Citybahnstation etabliert, funktional bestückt mit Wasch- und Trockenraum, Sitzbereich, Tischtennis etc. Die Erdgeschoßzone im Osten zur Bienerstraße wird folgerichtig als Geschäftsfläche (Cafe oä.) transparrent geöffnet und bildet somit auch einen möglichen Quartierstreffpunkt.
Formal soll die Erdgeschoßzone zum südlichen Innenhof transparent offen gestaltet werden, während sie sich zum Viadukt hin eher geschlossen im Sinne eine Quartierrückgrats darstellen soll.

Passivhaus

Die Umsetzung im Passivhausstandard wird primär durch die entsprechende Konzeption, Position bzw. Ausformung des Baukörpers sowie dessen Kompaktheit erreicht.
Großflächige Öffnungen der Wohnräume nach Süden und Westen ermöglichen neben entsprechender Belichtung und Besonnung auch die erforderlichen solaren Einträge in der Heizperiode, die Position und Ausformung der Balkone wird folgerichtig unter anderem auch aus dem Gesichtspunkt zur Vermeidung von allzu großer Eigenverschattung heraus entwickelt.
Die Nordseiten der Bebauung weisen Öffnungen nur im erforderlichen Maße auf und gewährleisten dadurch die gesamtheitliche bauphysikalische Kompaktheit. Sämtliche Wohnungen sind mit kontrollierter Wohnraumluft ausgestattet, Sonnenkollektoren / PV am Dach (bzw. uU. auch an den südwestlichen Brüstungen der Balkone) können unterstützend zur Betriebsstromerzeugung (PV - Wohnraumluft) bzw. Warmwasserbereitung (Solar) herangezogen werden.



Projektdaten:

Partner in charge: Mathias Haas
Team: Andreas Kastenhuber, Andreas Justl

BGF oberirdisch: 12.403 m2
Wohnnutzfläche: 8.001 m2
Anzahl Wohnungen: 129
TG Stellplätze: 251 PKW
Bauwerkskosten: EUR 14,4 Mio.

Planungsphase: 10-12/2014

Bauphysik: TAS Bauphysik GmbH, Leonding
Bilder: Kaufmann & Partner
Text: Mathias Haas